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Sechsunddreißig Jahre. Tausende verschwitzte Bühnen, drei Generationen vor den Boxen – und dann ein Satz, der klingt wie ein Schwur, eine Trotzansage und ein Liebesbrief in einem: »Wir fangen jetzt erst an!« Betontod, Deutschlands dienstälteste Straßenpunk-Hymnenschmiede, legen mit ihrem neuen Album das vor, was sie selbst die emotionalste Scheibe ihrer Karriere nennen – und ausnahmsweise ist das kein PR-Versprechen, sondern Programm. Wer die Band für ihre stadiontauglichen Mitgröl-Refrains und ihre kompromisslose Haltung liebt, bekommt auch hier die volle Breitseite Punkrock. Doch diesmal lassen Betontod die Deckung fallen. Zwischen Wänden aus Gitarren öffnen sich Momente, in denen die Stimme bricht und etwas durchscheint, das man bei dieser Band lange suchen musste: Verletzlichkeit. Songs über Abschied und Aufbruch, über das Älterwerden, ohne weich zu werden – und über die Frage, was bleibt, wenn man sein halbes Leben dem Lärm gewidmet hat. Den ersten Vorgeschmack liefert die Single »All die schönen Menschen« (VÖ 12. Juni 2026) – eine wütende, mitreißende Abrechnung mit denen, die nie an der Front stehen, nie zur Kasse gebeten werden und sich nicht um den Schutt kümmern, den sie hinterlassen. Ein Refrain, gebaut für ausgestreckte Fäuste, getragen von der Wucht, für die Betontod seit jeher stehen. Der Albumtitel ist dabei mehr als eine Pose. »Wir fangen jetzt erst an!« ist die Weigerung, einen Schlussstrich zu ziehen – ausgerechnet dann, wenn andere längst ihre Best-of-Touren spielen. Betontod drehen den Spieß um: Aus Erfahrung wird Energie, aus Jahren wird Antrieb. Diese Platte klingt nicht nach Rückblick. Sie klingt nach einem Anfang.