Veins (Lacuna Coil)
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| Artikelnummer | 227402 |
| Erhältlich ab/seit | 17.02.2012 |
| Pflege-Hinweise | |
| Farbe | schwarz |
| Format/Produkt | T-Shirt, 100% Baumwolle |
| Kategorie | T-Shirts |
| Qualität / Material | 100% Baumwolle |
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Interview

Von erleuchtender Dunkelheit
von Markus Eck (02.01.2012)Mit den Waffen einer Frau
von Marcel Anders (03.04.2006)Nämlich mit viel weiblichem Charme, einer ausgesprochenen Redseligkeit und einem gesunden Selbstbewusstsein. Dabei geht es mit "Karmacode" doch um eine ganze Menge. Es ist der vielleicht alles entscheidende Release des Sextetts aus Mailand, der entweder für den endgültigen Durchbruch in den Mainstream sorgt, oder sie ein für allemal in die Gothic-Rock-Schublade zurückstößt. Und die ist Cristina und ihren Jungs längst zu eng. Schließlich haben sie von ihrem letzten Werk, "Comalies" von 2002, weit über 500.000 CDs verkauft. Die meisten davon in den USA, wo sie seit ihrem Support-Slot beim Ozzfest fast so etwas wie die zweiten Evanescence sind. Eben eine Band, die trotz ihrer Optik und ihres Backgrounds weitreichendes Airplay erhält und ein Publikum jenseits des angestammten Genres findet. "Für mich war das eine tolle Erfahrung", strahlt die 1,60 Meter große Schönheit mit den pechschwarzen, langen Haaren. "Es hat mir gezeigt, dass sich all die harte Arbeit, die wir über die Jahre investiert haben, sehr wohl auszahlt. Und dass wir Leute aus allen Lagern erreichen können. Das macht mich wahnsinnig stolz." Eine Situation, auf die Lacuna Coil zehn Jahre lang kontinuierlich hingearbeitet haben. Etwa mit endlosen Touren im Vorprogramm von Acts, die auf den ersten Blick so gar nicht zu ihnen passen (Type O Negative, Cradle Of Filth, Dimmu Borgir), sich aber letztlich stets als Glücksgriff erwiesen haben. "Ganz einfach, weil wir dadurch wahnsinnig viel gelernt haben, zu einer richtig guten Live-Band geworden sind, und nahezu jedes Publikum für uns gewinnen können." Das soll sich nun mit "Karmacode", ihrem ersten Album seit vier Jahren, fortsetzen. Mit einer mustergültigen Breitwandproduktion aus sphärischen Gitarren und Keyboards, die etwas Cineastisches hat. Dazu kommen der spannende Wechselgesang zwischen Cristina und Partner Andrea Ferro, sowie nicht zuletzt 13 Songs, die sehr aggressiv und heftig geraten sind, aber doch immer eine positive, hedonistische Botschaft verbreiten. Eben das Leben in vollen Zügen zu genießen, sich niemandem unterzuordnen und sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Etwas, das Cristina - so betont sie - nicht predigen möchte, aber wodurch sich Lacuna Coil doch von ganzen Heerscharen artverwandter Bands absetzen, die zumeist in verklärter Mystik, triefender Romantik und religiösen Metaphern schwelgen. Demselben Ansatz folgt übrigens auch der weitaus härtere, metallischere Sound des Albums. Den haben sie allein deshalb gewählt, um Spekulationen über eine mögliche Kommerzialisierung vorzubeugen. "Das war es doch, was jeder erwartet hat. Eben, dass wir nach dem Erfolg in den USA noch softer und weicher werden. Aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Wobei wir jetzt nicht super-heavy sind. Das Ganze ist einfach nur sehr kraftvoll und dynamisch." Was den 13 Songs ausgesprochen gut tut. Vor allem dem einzigen Cover des Albums: Eine opulente Metal-Version des Depeche Mode-Klassikers "Enjoy the silence", die Cristina & Co. nicht etwa aufgenommen haben, um einen sicheren Hit zu landen, sondern um privaten Frust auszumerzen. "Ich bin ein Riesen-Fan", lacht sie. "Aber ich schaffe es einfach nicht, sie mir live anzusehen. Dabei habe ich zu Weihnachten wieder ein Ticket für ihre kommende Mailand-Show geschenkt bekommen. Und was passiert? Ich kann nicht hin, weil wir an dem Abend selbst irgendwo spielen. Es ist zum Heulen. Also dachte ich mir: Wenn ich nicht bei ihnen mitsingen kann, müssen wir halt einen Song von ihnen covern. Und die anderen fanden die Idee toll, zumal es sich prima als Zugabe bei Live-Konzerten eignet." Kein Wunder also, dass Lacuna Coil so viel Zulauf finden - sie sind das Bindeglied zwischen Gothic und Metal, und trotz aller Massenkompatibilität eben noch längst kein Mainstream. Was sich allein darin äußert, dass sie von der Lifestyle-, Mode- und Teenie-Presse bislang komplett ignoriert werden. Auch, wenn ihr Label alles daran setzt, in diese Bereiche vorzustoßen, und die sechs Italiener zu einem gängigen Produkt für die ganze Familie zu machen. Doch das wird erst dann funktionieren, wenn "Karmacode" die Verkaufszahlen des Vorgängers noch übertrifft und zudem einen veritablen Hit im Radio sowie Musikfernsehen landet. Dann könnten sie wirklich die nächsten Evanescence werden. Eine Band, zu der Cristina übrigens ein eher gespaltenes Verhältnis hat. Und sei es nur, weil in diversen Internet-Foren eine Art Rivalität zwischen ihr und Sängerin Amy Lee aufgebauscht wird, die de fakto aber gar nicht existiert. "Das sind alles nur Gerüchte", wehrt sie ab. "Ich habe die Frau nie getroffen, und kann mich insofern auch nicht mit ihr fetzen. Ich weiß nur, dass sie mal bei einem unserer Konzerte war, sich aber leider nicht vorgestellt hat. Und wenn du mich fragst, sind das einzige, was unsere Bands gemeinsam haben, die Person der weiblichen Sängerin und der Gothic-Look. Das war's auch schon. Ansonsten sind wir völlig unterschiedlich und haben ganz andere Karrieren erlebt. Wir haben uns über die Jahre langsam eine Fanbase erspielt - sie sind mit einem Album regelrecht explodiert. Wir werden sehen, was gesünder ist. Ich wünsche ihnen alles Gute", spricht's und lehnt sich zufrieden lächelnd zurück. Echte Gleichgültigkeit klingt anders - und doch Cristina kann es sich leisten bitchy zu sein. Sie hat ein starkes neues Album am Start, sieht einfach umwerfend aus, und wird 2006 zu einem ganz großen Star werden. Eine Vorstellung, die sie momentan noch amüsiert, deren Vorteile sie aber bereits zu erahnen scheint. "Kriege ich dann Freikarten für die Fußball-WM?", lacht sie. "Ich würde wahnsinnig gerne ein paar Spiele der italienischen Nationalmannschaft sehen. Aber wahrscheinlich klappt das eh wieder nicht, weil wir ganz woanders touren. Das wäre typisch für mein Leben ..."
einer der Top-Exporte aus Italien sind. Das Album, in der Schnittmenge aus ì
Rock und Metal gelegen, weiß mit eindrucksvollem Songwriting und Melodien ì
der Güteklasse A zu begeistern. Getoppt wird das Ganze durch den Gesang von ì
Cristina Scabbia, die mir für das Interview zur Verfügung stand.
"Unser Produzent Waldemar Sorychta ist ein sehr guter Freund von ì
uns und darüber hinaus ein großartiger Produzent und Musiker. Das ist der ì
Grund, weshalb wir wieder auf seine Dienste zurückgegriffen haben. Er ist ì
aber nicht an der Musik und den Texten beteiligt, weshalb es zu weit gehen ì
würde, ihn als siebtes Bandmitglied zu bezeichnen. Für uns ist es sinnlos, ì
einen sehr guten Produzenten auszuwechseln, nur damit ein anderer Name im ì
Booklet steht."
Von der Angst, sich selbst zu wiederholen, ist bei Lacuna Coil ì
nichts zu spüren.
"Die Band kreiert das Album, nicht der Ort, an welchem es aufgenommen ì
wird. Wir werfen all unsere Erfahrungen in das Songwriting, deshalb entsteht ì
immer wieder etwas Neues, da unsere Leben alles andere als gleichförmig ì
verlaufen."
Gefällt es euch denn überhaupt, in Dortmund aufzunehmen? Wäre es nicht ì
angenehmer, ein Studio in eurer Heimatstadt Mailand zu frequentieren?
"Ehrlich gesagt liegt uns gar nicht so viel an Mailand. Sobald wir mit ì
der Band beschäftigt sind, gehört ihr zu 100 Prozent unsere Aufmerksamkeit ì
und da spielen Orte oder Heimatverbundenheit keine Rolle. Mir persönlich ì
macht es sowieso großen Spaß zu Reisen, und da ich Deutschland sehr mag, ì
haben wir kein Problem damit, in Dortmund zu produzieren."
Die Definition der Band liegt Cristina sehr am Herzen.
"Lacuna Coil reflektieren den Zustand der sechs Individuen, die in ì
der Band aktiv sind. Wir spielen eine Mischung aus Metal, Gothic und Rock ì
und kombinieren dies mit einer Prise moderner Sounds. Wir versuchen gar ì
nicht erst, einer bestimmten Gruppierung anzugehören, das hält unsere ì
Kreativität frisch."
Lacuna Coil ist eine sehr tourfreudige Band. Dennoch versucht sie ì
ein Album pro Jahr zu veröffentlichen. Seid ihr als eine von wenigen Bands ì
in der Lage, auf Tour Songs zu komponieren?
"Genau so ist es. Wir sammeln unsere Ideen während einer Tour auf einem ì
Laptop oder Kassettenrecorder. Wenn wir von der Tour nach Hause kommen, ì
können wir so wesentlich relaxter an der Umsetzung und Fortführung ì
arbeiten."
Was gibt es denn von den Tourneen zu erzählen?
"Es ist kaum möglich, in der Kürze der Zeit darüber zu schwadronieren. ì
Wir haben immer sehr viel Spaß mit Moonspell, die ich als unsere ì
Latinobrüder bezeichnen würde. Die großartigsten Erfahrungen sind immer ì
wieder die Sommerfestivals. Ich werde niemals unsere erste Dynamo Show ì
1999 und das letztjährige Wacken Open Air vergessen. Ich musste ì
fast weinen als ich all die Leute sah, wie sie unsere Show genossen. ì
Konzerte sind immer ein tolles Erlebnis, mit Ausnahme der Duschen in manchen ì
Clubs."
Vom ermüdenden Album-Tour-Album-Rhythmus ist bei Lacuna Coil ì
nichts zu spüren.
"Das ist halt unser Leben. Wir finden das weitaus ì
spannender als einen Büro-nach Hause-Büro-Rhythmus."
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